Umwelt & Gesundheit 4/2011

Schwerpunktthemen

  • Vegetarische Ernährung – eine Ernährungsweise mit Zukunft
  • Frauen- und Kindergesundheit
  • Umwelt und Lebensstil beeinflussen Fruchtbarkeit und Frauengesundheit – Interview mit Prof. Ingrid Gerhard
  • IDEFICS statt Obelix – Vorbeugung von Übergewicht bei Kindern
  • Firmicuten – oder machen manche Darmbakterien dick?
  • Antibiotika in der Geflügelzucht
  • Leserforum Duftstoffallergie und Umwelterkrankungen
  • Atemwegsreinigung über Nacht
  • Curcumin als Anti-Pilz-Mittel
  • Heilpflanzen – Gewöhnlicher Wacholder
  • Bericht der AVE-Hauptversammlung und -Jahrestagung
  • Editorial und Inhalt
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Umwelt & Gesundheit 3/2011

Schwerpunktthemen

  • 22. Jahrestagung AVE e.V. – “Können Pilze Allergien auslösen?”
  • Tagungsbeiträge
  • Gesundheitsprobleme nicht nur durch Candida albicans – Interview mit Reinhard Hauss
  • Geben und Nehmen von Armin Poggendorf
  • Neuigkeiten zur Lyme-Borrelliose
  • Würmer – Kleine Helfer in der Immuntherapie
  • Solanum chrysotrichum – Maya-Heilpflanze gegen Pilzerkrankungen
  • Heilpflanzen – Rosmarin
  • Editorial und Inhalt
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22. JHV Tagungsbericht

Können Pilzinfektionen Allergien auslösen?
22. Internationale Tagung des Allergievereins in Europa – AVE e.V.

Die Frage, ob Pilze Allergien auslösen können, wird am 1. Oktober 2011 vom AVE unter Vorsitz des Wissenschaftlichen Beirates und Fuldaer Professors, Friedhelm Diel, diskutiert und als eine zunehmende Gesundheitsbelastung eingestuft.
In den Begrüßungen wird die Notwendigkeit der fachgerechten Untersuchung insbesondere der Candida-Infektionen von dem ehemaligen Direktor des Institutes für Labormedizin am Klinikum Fulda und Privatdozenten, Hans-Jürgen Bohner, hervorgehoben. Für das Umweltzentrum Fulda (UWZ) begrüßt die stellvertretende Leiterin, Ellen Ploß, die ca. 30 erschienen Teilnehmer in den wunderschönen Örtlichkeiten mitten in der Natur der Fuldaer Auen.
Zu Anfang stellt Friedhelm Diel fest, dass Pilze bekanntermaßen in feuchten, nicht ausreichend belüfteten Räumen (intramural) gut gedeihen können und sogenannte Myzele bilden. Solange stellen sie kein Gesundheitsrisiko dar. Siehe den Winzer in seinem feuchten bei konstanter Temperatur total „verschimmelten“ Weinkeller. Der ist meistens kerngesund. Erst bei Trockenheit stellen die Pilze ihre Vermehrungstaktik um und bilden Sporen, die in der eingeatmeten Luft zu Lungenerkrankungen wie allergischem Asthma führen können. Hierzu und den zahlreichen Stellen in Haus, Hof und Ernährung, wo (Schimmel)Pilze auftreten können, berichtet die Coburger Professorin und Allergologin, Michaela Axt-Gadermann.
Bei Mykosen ist das naturgemäß anders. Da sind die Myzele/(Pseudo-)Hyphen im Organismus pathogen und stellen das eigentliche Krankheitsrisiko dar. Der Bad Wildunger Arzt und Wissenschaftliche Beirat, Michael Weber, zeigt anhand des Buches „Der Darm denkt mit“ (Runow) auf, wie wichtig die sogenannte Eubiose ist, und eine durch Pilzinfektion gestörte Darmschleimhaut (Dysbiose) zu neuronalen Fehlinformationen an das Zentrale Nervensystem führt. Für PD Dr. John Ionescu war der Neukirchener Wissenschaftler, Alexandru Constantinescu, auf der Tagung und präsentiert eine sehr anschauliche Darstellung der Allergie-erkrankten Patienten und die Heilungsmöglichkeiten in der Neukirchener Spezialklinik.
Candida-Mykosen (Candidose, Candidaisis) sind besonders gefährlich für Frauen aufgrund ihrer besonderen Anatomie. Hierüber berichtete die Ärztin, Alexandra Rodina, von der Medizinischen Staatsuniversität Krasnodar in Südrussland. Nach ihren Untersuchungen sind es vier Millionen Frauen in Deutschland, die an Candida -Infektionen leiden. Das wird bisweilen von Ärzten und Therapeuten nicht erkannt oder die krankmachende Wirkung unterschätzt. In den meisten Fällen ist das geschwächte Abwehrsystem – sei es durch Antibiotika medikamentös erzeugt oder durch falsche Lebens- bzw. Ernährungsweise – die Hauptursache.
Unser Redakteur, Andreas Steneberg, hält einen bemerkenswert wissensreichen Vortrag zu den Möglichkeiten, Mykosen mit Heilpflanzen bzw. Alternativen oder Ergänzungen zu den üblichen Antimykotika-Behandlungen wie Nystatin zu behandeln. Er stellt dabei fest, dass es kein pflanzliches Pilz-Allheilmittel gibt. Für einige in der Volks- und Erfahrungsheilkunde eingesetzte Pflanzenextrakte wurden im Laborversuch durchaus antifungale Eigenschaften nachgewiesen. Phenolhaltige Verbindungen in ätherischen Ölen von Oregano und Thymian, Myrrhe, Teebaum und Lapacho scheinen synergistische Wirkungen mit Antimykotika aufzuweisen. Vor Selbstversuch wegen sensibilisierender Eigenschaften wird gewarnt, eine ärztlich betreute Kombinationsbehandlung sollte von fachkundigen Therapeuten begleitet werden.
Tägliche Anfragen von betroffenen ratsuchenden Frauen insbesondere in den regionalen Büros in Fulda und in Eisenach führten zur Einrichtung von AVE-Candida-Selbsthilfegruppen. Hier werden regionale Therapeuten-Adressen und Analyse-Labors vermittelt und mit Förderung des AOK-Bundesverbandes „erste Hilfe“ geboten. Hierüber berichtet unser Ehrenmitglied, Reinhard Bursitzke. Sein Vorschlag: die Liste von annähernd 7.000 dem AVE bekannten Therapeuten aufzuarbeiten und zu aktualisieren.
Das und anderes kann auch auf der AVE-Homepage nachgelesen werden. www.allergieverein-europa.de
Ein etwas anderes Metier betritt der Fuldaer Professor, Armin Poggendorf, der sich über das „Geben und Nehmen“ in unserer Gesellschaft Gedanken macht, nachlesbar in dem Artikel im Tagungsband – U&G 3-2011.
Zum Abschluss der Fachtagung stellt Professor Crispin Gigante Pérez von der Universität Alcalá (Spanien) neue Erkenntnisse zur Musiktherapie vor. Insbesondere für Allergiker ist die armenische Doudouk-Musik eine Stress- Juckreiz-mindernde Therapievariante. Das konnte er mit 25 jungen Studenten in einer Studie nachweisen.
Auf der abschließenden von der ersten Vorsitzenden, Eva Diel, geleiteten Mitgliederversammlung bedankt sich die Vorsitzende ausdrücklich nochmals bei dem Förderer, dem Bundesverband AOK (Berlin) und den Sponsoren,
ASD® Dieter Schreiner (Lautertal), IUG (Fulda), BauFritz (Erkheim), Labor Dr. Hauss (Eckernförde), PureNature (Idar-Oberstein), Raiffeisenbank Biebergrund-Petersberg eG, Spezialklinik (Neukirchen)
u.a. ohne deren Unterstützung diese Veranstaltung so nicht möglich gewesen wäre und es wird beschlossen, dass die Jahreshauptversammlung 2012 zu demselben Thema wieder in Fulda oder in Eisenach stattfinden soll – gerne noch einmal im schönen Umweltzentrum oder z.B. der Wartburg in Thüringen.

FD

Fulda, 05. Oktober 2011

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AVE JHV im Umweltzentrum Fulda (UWZ)


AVE-JHV-Programm2011

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Achtung! 22. Jahreshauptversammlung des AVE e.V.

am 1. Oktober 2011 im Umweltzentrum der Stadt Fulda

Beginn: 10.00 Uhr mit der Fachtagung zum Thema

Können Pilze Allergien auslösen?

gefördert von der AOK im Rahmen des Projektes

“Kommunikation bei Mykose-Erkrankungen”

Leitung: Professor Friedhelm Diel

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Der Reaktorunfall in Fukushima

Der Reaktorunfall in Fukushima – Japan

Wie gross sind die Gefahren fuer uns in Deutschland?

Eine Einschaetzung von Friedhelm Diel in der U&G 1-2011

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Polleninfo und Ambrosia

Deutsche Stiftung Polleninformationsdienst:

“Des einen Freud, des anderen Leid.
Der Frühling kommt. Die Pollen machen sich wieder auf die Reise!”

GESAMTDEUTSCHER POLLENFLUGKALENDER

siehe unter

Polleninfo und Ambrosia

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40. Histamin-Tagung EHRS 11. bis 14. Mai 2011 Sochi (Russland)


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Roman and Julia at the social program - Sochi 2003

EHRS 2011 Tagung vom 11. bis 14. Mai in Sochi (Russland)

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In vitro-Tests – Ein Fortschritt nicht nur für den Tierschutz

von Susanne Andre und Friedhelm Diel

Zusammenfassung

Auch nach der Europäischen Chemikalienverordnung (REACH) wird die Entwicklung der in vitro-Untersuchungen von Stoffen und Produkten zur Vermeidung schmerzhafter Tierversuche verlangt. Mit dem Histamin-Liberationstest (HLT) in Kombination mit dem Basophilen-Degranulationstest (BDT) als Kurzzeit- und dem Lymphocyten-Stimulationstest (LST) als Langzeit-Untersuchungen werden Zeit- und Geld-sparende Labormethoden vorgeschlagen, die zudem den Vorteil bieten, dass bei diesen ex vivo-Versuchen direkt auf das individuelle Risiko bei Schadstoff-/Allergen-Belastung geschlossen werden kann. Für mehrere Beispielprodukte (Pyrethroide, Methoxy-progesteron-acetat MPA, einer Bio-Anstrichfarbe und Hautcreme-Basismaterialien) werden der Immunotoxikologische Index (ITI) für Pyrethroide und MPA sowie der Allergotoxikologische Index (ATI) für Anstrichfarben und Kosmetica im „Risc assessment“ vorgeschlagen. Verglichen werden jeweils Allergie-Patienten (typische Symptomatik und erhöhtes Gesamt-IgE) mit normalen Probanden ohne familiäre Vorbelastung. Bei den Pyrethroiden ergeben sich unterschiedliche Werte, die bei Zugabe des Wirkverstärkers Piperonyl-butoxid (PBO) im HLT und LST erhöhte ITI aufweisen. Der höchste Index wird bei Testung einer Wandfarbe in der Allergikergruppe (ATI = 8,3)  verzeichnet. Dagegen sind die ATI-Werte der Kosmetik-Probe mit einer marinen Bakterien-Wachsester-Basis sehr niedrig und bestens geeignet für Allergiker.  Weitere klinische Untersuchungen sind aber notwendig zur Validierung der vorgestellten in vitro-Methode.

Schlüsselworte: In vitro-Tests, Histamin-Liberationstest (HLT), Basophilen-Degranulationstest (BDT), Lymphocyten-Stimulationstest (LST), Immunotoxikologischer und Allergotoxikologischer Index (ITI und ATI)

in UMWELT&GESUNDHEIT 3-4 (2010) 78-83

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